Nach 2 Monaten in Down Under geht es morgen wieder zurueck ueber Singapur in die Schweiz. Herzlichen Dank an mein Support-Team bestehend aus Andrea, Barbara und meinen Eltern, das mir den Ruecken freigehalten hat und sich zuhause auch um unerwartete Aufgaben wie Wohnungsschlosswechsel und Aufheben einer Kreditkartensperre gekuemmert hat.
Zwei grosse Traeume konnte ich mir erfuellen: nochmals als Volunteer zu den Delphinen in Bunbury zurueckzukehren und einmal an einem Grand Slam Tennisturnier live dabei zu sein. Viele alte Bekannte habe ich wieder getroffen und viel Neues erlebt. Schade war, dass ich nahezu die Haelfte der Zeit gesundheitlich angeschlagen war und nicht alles machen konnte, was ich geplant hatte. Nach zwei Monaten Reisen und Leben aus dem Koffer freue ich mich auf zuhause.
Die Kulisse von Harbour Bridge und Opera House ist auch beim dritten Mal wieder ueberwaeltigend. Auf den Stufen des Opernhauses kann man im Moment zudem die Matches des Australian Open verfolgen und ich schaue wie Federer gegen Kiefer den Halbfinal gewinnt.
Ansonsten bin ich mit Husten und Halsweh schon auf den Schweizer Winter eingestellt. Erholsamen Schlaf zu finden ist auch schwierig in Sydney. Unterkunft Nr. 1 hatte ueberbucht und verwies mich an Unterkunft Nr. 2, die total laut und heiss war. Unterkunft Nr. 3 ist angenehmer, bis aufs Tuerknallen der japanischen Reisegruppe und dem falschen Feueralarm mitten in der Nacht...
Zu den kulinarischen Entdeckungen der Saison gehoeren die Fruchtdrinks von Boost Juices. Mein Favorit ist das Green Tea Mango Mantra.
Bei all dem Junk Food in Australien, der selbst bei einem Sportanlass wie dem Australian Open dominiert, bin ich haeufig auf asiatische Kueche ausgewichen und kenne fast jede Sushi Bar zwischen Perth und Auckland ;-).
Wo koennte man den Nationalfeiertag besser verbringen als in Sydney! Gleich nach meiner Ankunft in Sydney treffe ich mich mit einer Kollegin aus der Volunteer-Zeit in Bunbury 2004. Die Japanerin Chie hat inzwischen geheiratet und lebt in Katoomba 2 Std ausserhalb von Sydney.
Wir gehen in Bondi japanisch essen und dann zu der Australia Day Feier in die Stadt rein. In Darling Harbour haben sich Tausende versammelt, um die Schiffsparade und die Show zu sehen. Die Fackel fuer die Commonwealth Games im Maerz in Melbourne wird per Schiff herbeigefahren. Beim grossen Feuerwerk am Schluss fuehle ich mich ein klein wenig als adoptierte Australierin...
Sogar noch ein drittes Mal hatte ich die Gelegenheit, Federer live spielen zu sehen. Jederzeit glaubte ich an seinen Sieg, auch wenn es zwischendurch etwa mal kritisch aussah. Federer gewann am Schluss mit 6-4 3-6 7-6 (9/7) 7-6 (7/5).
Die Schweizer Ladies waren am Nachmittag ausgeschieden, doch Hingis darf auf ihr Comeback wirklich stolz sein - nach 3 Jahren Pause bringt sie die Welt-Nummer 1 Clijsters gleich an den Rand einer Niederlage und steht im Mixed Doubles Final!
Als zweiter Match des Abends war ein Doppel mit australischer Beteiligung angesetzt, ich schaute noch den ersten Satz doch fuhr nach Mitternacht dann mal wieder nach St. Kilda raus.
Vor dem Hauptprogramm gab es noch ein Zueckerchen: Martina Hingis spielte draussen mixed doubles zusammen mit dem Inder Bhupathi und ich verfolgte, wie sie den ersten Satz gewannen (7-5, 6-7, 7-6).
Dann wechselte ich in die Rod Laver Arena zur Begegnung, die eigentlich auch ein Final haette sein koennen: Justine Henin-Hardenne schlug Lindsay Davenport 2-6 6-2 6-3.
Im offiziellen Programmguide ist er nicht mal aufgefuehrt, doch der Grieche Bagdhatis avanciert zum Publikumsliebling hier in Melbourne. In einem Fuenfsaetzer schlaegt er Ljubicic 6-4 6-2 4-6 3-6 6-3. Den Match verfolge ich allerdings nicht mehr live in der windigen Arena, die Temperaturstuerze haben mir einmal mehr eine Erkaeltung eingebracht.
Was fuer ein Schweizer Abend!
Auf dem Programm in der Rod Laver Arena stand zuerst der Match Hingis gegen Stosur. Der erste Satz ging mit 6:1 klar an Hingis, doch im zweiten Satz drehte die Australierin Stosur auf. Praktisch jedes Game war ein Break, keine brachte die Aufschlaggspiele mehr durch. Hingis gewann das Tiebreak schliesslich mit 10:8! Im naechsten Spiel gegen Clijsters wird es aber schwer, wenn Hingis den Aufschlag nicht durchbringt.
Dann Federer gegen Tommy Haas, gegen den er neulich bei einem Exhibition Turnier verloren hatte. Es wuerde also nicht einfach werden. Zuerst ging es zwar glatt mit 6:4 und 6:0, doch dann gewann Haas zwei Saetze. Ich holte mir erstmal noch eine heisse Schokolade, da es wohl laenger gehen wuerde. Im fuenften Satz ging dann Federer nach einem umstrittenen Ball in Fuehrung und gewann schliesslich das Match weit nach Mitternacht. Mit dem letzten Tram um 1.10 kam ich noch nach St.Kilda raus.
Als erster Match des Abends stand Maria Sharapova (RUS) gegen Daniela Hantuchova (SVK) auf dem Programm. In dem packenden Duell der beiden langbeinigen Schoenheiten gewann die Russin schliesslich 6-4 6-4.
Der zweite Match Ivan Ljubicic (CRO) gegen Thomas Johansson (SWE) war weniger packend, ich verliess die Arena vor dem Ende des Matches. Es zeichnete sich ab, dass Ljubicic trotz der lautstarken Unterstuetzung von Johansson durch die schwedischen Fans gewinnen wuerde (6-2 6-4 6-4).
Ein traumhaftes Programm steht fuer den Abend von Tag 8 an, fast schon ein Schweizer Abend: zuerst das Spiel Hingis - Stosur und danach Federer - Haas. Auch Patty Schnyder ist noch im Turnier, sie ist fuer die australischen Medien aber bisher praktisch inexistent und spielt immer tagsueber und nie in der Hauptarena.
Sonntags wurden Rekordtemperaturen bis 43 Grad gemessen. Man fuehlte sich wie ein Grillhaehnchen im Backofen, selbst wenige Minuten auf ein Tram zu warten war schier unertraeglich. Viel trinken und sich in klimatisierten Raeumen aufhalten war die einzige Chance.
Um sechs Uhr abends machte ich mich auf dem Weg zum Tennisturnier, moeglichst schnell von einem Tram ins andere, Wartezeiten im Starbucks ueberbruecken und dann so rasch wie moeglich von der Tramstation in die kuehle Rod Laver Arena. Auch heute wurde natuerlich bei geschlossenem Dach gespielt.
Verblueffend dann der Wetterwechsel, wofuer Melbourne beruehmt ist: als ich nach dem ersten Satz des Spiels mal rausging wehte ein kuehler Wind, es waren Wolken aufgezogen und die Aussentemperatur massiv gesunken. Ploetzlich war es draussen kuehler als in der Rod Laver Arena...
Fuer die naechsten Tage habe ich Tickets fuers Australien Open Tennisturnier in Melbourne, jeweils ab abends 7.30. Ich bestaune erstmal die riesige Anlage, tausende Zuschauer verpflegen sich an den Staenden rund um die Tenniscourts. Der erste Match ist Samantha Stosur (AUS) gegen Sybille Bammer (AUT) und die Stimmung in der Halle ist natuerlich gut, als die Australierin 7-5 4-6 6-3 gewinnt.
Gleich am ersten Abend geht auch mein Wunsch in Erfuellung, Roger Federer spielt in der Rod Laver Arena! Sein Gegner Max Mirnyi (BLR) hat zwar einen guten Aufschlag, aber gegen die wundersamen Baelle von Roger Federer ist er chancenlos. Es hat relativ viele Schweizer in der Halle, man hoert hie und da ein "Hopp Schwyz", ein paar Mal dann auch "FCB" gekontert von der anderen Hallenseite mit "FC Thun"... aber zurueck zum Tennis, die Halle bleibt auch bis Mitternacht zum Matchende voll und Rogers 6-3 6-4 6-3 Sieg wird gefeiert.
Match Report
Die dritte Foto-CD ist fertig und hier in einem Internet-Cafe in Auckland hatte ich die Gelegenheit einige Fotos raufzuladen, also die letzten 3 Seiten des Blogs sind jetzt bebildert und die Fotogalerie ergaenzt. Beim Nicky-Beitrag hat es auch ein Video.
In Rotorua blubberts und qualmts, die Stadt ist denn auch bekannt fuer seine Thermalbaeder und in der Luft liegt dieser leichte Schwefelgeruch. Im Thermal Village leben Maori-Familien und auf einer Fuehrung kriegt man durch Maori-Guides erklaert, wie sie die geothermale Energie nutzen zum Kochen, Baden und Heizen. Im Hintergrund sprudeln zwei Geysire vor sich hin. Der sich leicht zu merkende Name des Thermal Village ist 'Te Whakarewarewatanga O Te Ope Taua A Wahiao'...
Virtual tour: http://www.whakarewarewa.com
Ein ganz grosses Highlight ist die Besichtigung von Hobbiton, der Kulisse der Hobbit-Szenen aus den Herr der Ringe Filmen. Selbst als nicht riesiger Fan ist es total spannend die Schaffarm zu besichtigen, wo neben dem normalen Betrieb mit 12000 Schafen fuer ein Jahr eine kleine Filmstadt unter top secret Bedingungen aufgebaut wurde. Als die Filmleute erstmals an die Tuer klopften, hatten die Leute auf der Schaffarm keine Ahnung von dem Roman oder der geplanten Film-Trilogie, die einmal massenweise Oscars sammeln wuerde. Im Vertrag war wie ueblich der voellige Rueckbau vereinbart, so dass heute nur noch einige Hobbithaeuser-Fassaden erhalten sind, daneben aber natuerlich der Party Tree und der See, die am Anfang des ersten Films vorkommen. Inmitten der huegeligen gruenen Landschaft und vielen Schafen findet man hier ein grosses Stueck Filmgeschichte.
http://www.hobbitontours.com
Man vermische Landschaften aus der Schweiz und Australien, bevoelkere das es mit Englaendern, 40 Millionen Schafen und Kiwi-Voegeln und teile es in zwei Haelften: fertig ist Neuseeland. Fuer das Marketing engagiere man beruehmte Regisseure, die bekannte Stoffe wie Herr der Ringe oder King Kong verfilmen. So kommt es mir jedenfalls vor...
Neuseeland ist zwar ganz nett und vielseitig, aber richtig zu begeistern vermag es mich nicht. Viele der Attraktionen hat man schon anderswo gesehen (viele als Highlights gepriesene Bergbahnen hier stammen aus der Schweiz), und soviel kleine Aergernisse beim Reisen wie verschlampte Buchungen hatte ich noch selten.
Trotzdem gibts natuerlich auch hier viele Highlights, die ich in den uebrigen Beitraegen beschreibe, langweilig wirds nie und wer gerne Adventure-Sports oder Wandertouren macht findet in Neuseeland nochmals ein riesiges Angebot.
Die Ueberfahrt mit der Faehre von der Suedinsel auf die Nordinsel nach Wellington dauert 3 Stunden. Die Faehre ist ein eindruecklich grosses Gebilde und hat sogar ein Kino - den Film Narnia habe ich schon mit Janna in Bunbury gesehen und ich bevorzuge das Aussendeck.
Die Hauptattraktion in Wellington ist das grosse Te Papa Landesmuseum, das wirklich neue Massstaebe setzt und umfangreiche Displays ueber Neuseeland, die Maoris, Kultur und Landschaft praesentiert.
Heute machte ich naehere Bekanntschaft mit fuenf Pottwalen und kleinen weissen Plastiktueten. Das kam so:
Nachdem meine erste gebuchte Whale Watching Tour am Donnerstag abgesagt worden war, sah auch heute das Wetter nicht besonders gut aus. Unsere 10-Uhr Tour bekam dann jedoch das OK und wir wurden mit einer Seekrankeit-Warnung aufs Boot entlassen. Ich holte mir zusaetzlich zu den Stugeron-Tabletten noch die Akkupressur-Baendel fuer die Handgelenke. Bei dem hohen Wellengang erwischte es mich dann trotzdem. Ansonsten war der Trip erfolgreich, wir sahen drei einzelne Pottwale und zwei Pottwale zusammen. Eindruecklich wie sie abtauchen in die Tiefen des Meeres und die beste Gelegenheit fuer Schwanzflossen-Fotos. Kein Glueck hatten wir mit Orcas oder Hector Dolphins, die ich vor allem gerne gesehen haette. Aber immerhin sah ich jetzt mal richtig grosse Wale!
Heute ging es mit Dolphin Encounter Kaikoura auf eine Bootstour zu den Dusky Dolphins. Das sonnige Wetter war ideal um die Tour durchfuehren zu koennen und wir fanden auch bald eine grosse Gruppe von Dusky Dolphins. Diese Delphinart ist bekannt fuer ihr spielerisches Verhalten. Die rund 300 Delphine schwammen schnell, sprangen hoch und schlugen teilweise sogar Purzelbaeume. Die Schwimmer in den Wetsuits gingen etwa 6x ins Wasser und wieder raus, da das Boot die Delphine wieder einholen musste. Die Zuschauergruppe vorne am Bug genoss das Schauspiel und wir machten eifrig Fotos. Die Tour ist sehr empfehlenswert!
In diesen Tagen beherrschen die Wale die Schlagzeilen Down Under: in den Konflikt um die Walfangschiffe der Japaner werden nun neben Greenpeace auch Australien und Neuseeland involviert. Die beiden Laender haben den kommerziellen Walfang zum Glueck vor ueber 20 Jahren aufgegeben und setzen sich seither fuer den Schutz der Meeressaeuger ein. Mit Briefeschreiben und dem Entsenden von Ueberwachungs-Booten in die Walfang-Region suchen sie Kompromiss-Aktionen, um den Walfreunden gerecht zu werden und gleichzeitig die Handelsbeziehungen mit Japan nicht ganz aufs Spiel zu setzen. Politiker fordern nun militaerische Interventionen, Sanktionen oder andere Massnahmen. Die Japaner reagieren beleidigt und beharren auf ihrem "Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken".
Artikel dazu u.a. hier
http://www.scoop.co.nz/stories/HL0601/S00084.htm
In Christchurch, einem sympathischen Staedtchen auf der Suedinsel Neuseelands, gibt es ein Swiss Cafe mit echtem Schweizer Brot, Roesti und Fondue. Lindt-Schokolade ist in den Shops auch prominent vertreten, und die Toblerone sieht man ja in jeder Ecke der Welt.
Ansonsten findet die Schweiz in Down Under eigentlich nicht wirklich statt. In den News wird die Schweiz hoechstens erwaehnt wenn es um Sport geht, und dies vor allem dank unseren Tennishelden Roger Federer und Martina Hingis, deren Comeback an den australischen Turnieren hier hohe Beachtung findet.
Wenn man anderen Travellern erzaehlt, dass man aus der Schweiz kommt, reagieren praktisch alle mit der 4-Sprachen-Frage. Es sind sich nicht alle sicher wieviele und welche Sprachen in der Schweiz gesprochen werden, aber es scheint sie ungemein zu faszinieren. Sie wollen dann oft wissen wieviele Sprachen ich spreche und wie das mit dem Rumantsch genau sei... das Halbwissen ueber die Schweiz hoert dann meistens bald auf, und dann fragen sie, wie denn das Wetter so sei in Schweden...?
Die Coiffeuse in Bunbury dachte gar, die Schweiz liege in der Naehe von Australien. Ja schoen waers :-)
Toblerone bei "Target" in Bunbury
Als Flugzeugangsthase staune ich immer wieder, wenn ich lebend aus so einer Maschine rauskomme. Die Stunden an Bord ziehen sich wie Kaugummi in die Laenge. Leider ist Fliegen die einzig rationelle Moeglichkeit in Down Under zu reisen.
Die Inlandfluege in Australien sind noch relativ unkompliziert, schnell online gebucht und ohne grosses Pipapo eingecheckt. Das Check-in in Melbourne fuer nach Neuseeland allerdings dauert endlos, am liebsten haette ich dem Drachen am Schalter gesagt ich sei doch nur ein harmloser Tourist und sie solle mal vorwaertsmachen. Dann muss man das Ausreiseformular und ein Einreiseformular ausfuellen.
Das groesste Verbrechen in Australien wie in Neuseeland scheint das Mitbringen von Aepfeln zu sein. Pflanzliche und tierische Produkte duerfen wegen des Schutzes der Artenvielfalt nicht eingefuehrt werden, und wehe man war vorher auf einem Bauernhof oder im Wald wandern. Gegen meine Teebeutel, Aromat und Schoggi haben die Zollbehoerden jedoch nichts einzuwenden.
Air New Zealand ueberrascht an Bord mit angenehmer Luftzirkuation, grossem Sitzplatzabstand und geniessbarem Essen, so dass der Flug nach Christchurch passabel verlaeuft.
Durch die vielen Fluege auf dieser Reise ist mein oekologisches Gewissen ins Koma gefallen - vermutlich muesste ich in den naechsten 100 Leben Muell trennen, um das je wieder gutzumachen...
Die Great Ocean Road ist der wohl interessanteste Kuestenabschnitt von Australien. Die Tour von GoWest fuehrt unsere Gruppe an den besten Surf-Beaches und Buchten vorbei zu den grossen Sehenswuerdigkeiten: den Felsformationen im Meer wie den 12 Aposteln und der London Bridge. Auch der Besuch eines Aboriginal-Centers, eines Koala-Waldes und eines Regenwaldes stehen auf dem Programm. Gegen Schluss kommt zum Glueck auch noch die Sonne hervor und bietet Postkarten-Ansichten der tollen Felsen im Meer.
Durch meine Routenumstellungen und Tourabsagen und bin ich nun schon frueher in Melbourne eingetroffen. Die Stadt begeistert mich schon in den ersten Stunden. Mit dem Tram und zu Fuss gehe ich auf eine erste Erkundungstour, unterwegs lande ich in einer Sushi-Bar und fahre dann spontan nach St. Kilda raus um den Sonnenuntergang auf der Pier zu verfolgen.
Melbourne hat ein umfangreiches Tram-System, welches die Stadtteile miteinander verbindet. Alle Sorten von Trams sind zu sehen, die meisten sind weiss, es gibt jedoch auch das Dirty Dancing Tram und das Rado Switzerland Tram.
Moment mal, dieses Tram kommt mir irgendwie bekannt vor... ach herrjeh, hat Siemens doch tatsaechlich ihre Schuettelbecher namens Combino auch nach Melbourne gebracht! Hier sind sie aussen weiss und innen gelb-gruen. Im Gegensatz zu den Combinos in Bern darf man hier aber nicht fluchen im Tram - das Piktogramm sieht zwar eher aus wie "Bitte nicht husten"!
Das grosse Angebot in Melbourne wird mich noch auf Trab halten - Sydney bleibt trotzdem mein Favorit im Staedte-Wettbewerb mit Melbourne!
Auf dem Flug von Perth nach Adelaide hiess es die Uhren um 2.5 Std vorzustellen. Wie bitte, zweieinHALB? Das muss ja eine Region mit Charakter sein. Ich frage mal meine Sitznachbarin. "That´s just the way it is, you know". Aha. Kantoenligeist in Australien? Immerhin hat Southern Australia im Gegensatz zu Western Australia Sommerzeit, was die Abende angenehmer macht. Der Lonely Planet hat auch keine Antwort wegen der halben Stunde. Ich finde es noch raus...
Adelaide ist eine nette Stadt mit vielen Arcaden zum Einkaufen und einem Fluss entlang der Universitaet. Die Auswahl an Touren in die Region ist kleiner als erwartet. Nach langem Ueberlegen lasse ich Kangaroo Island fallen. Statt bei den Kaenguruhs lande ich im Ultraschall. Ich lasse meine schmerzenden Beine mal abklaeren und die Doktorin, Maggie Phillips, schickt mich in die Wakefield Clinic zum Ultraschall. Dort finden sie keine Anzeichen einer Thrombose, was immerhin beruhigend ist, auch wenn mir die Beine immer noch weh tun und ich noch 4 Fluege vor mir habe. Das medizinische Abenteuer in Adelaide kostete 505.- Dollar.
Am dritten und letzten Tag in Adelaide mache ich weitere lange Spaziergaenge und fahre nach Glenelg Beach zum Flanieren und Einkaufen.
Die Silvesterfeier im Backpackers hatte das Motto "Hawaii" und es gab ein Schneckenrennen und ein Barbecue. Nach einer Muetze Schlaf war ich um Mitternacht draussen im Garten am waermenden Feuer und wuenschte meinen japanischen Volunteer-KollegInnen Happy New Year! 7 Stunden frueher als in der Schweiz wurde es 2006. Einige verschliefen Mitternacht, das fruehe Aufstehen zur Volunteer-Arbeit und die anstrengenden Klimawechsel von kalt zu warm hinterassen bei uns allen Spuren.
Das neue Jahr begann fantastisch mit Delphinbesuchen von Lumpy (nein das ist kein Hund ;-)), Jet, Nicky und Cracker, wobei Jet und Nicky spaeter noch zu zweiten Besuchen zurueckkamen. Schoen, dass Jet an meinem letzten Tag als Volunteer da war.
Inzwischen ist Halbzeit auf meiner Reise. Die ersten zwei Wochen waren mit Kranksein und einigen abgesagten Ausfluegen recht muehsam, dann aber war jede Woche in Bunbury mit den Delphinen und Barbecues mit alten Bekannten umso toller. Nun bin ich gespannt auf Adelaide!
Dies ist eine lange Beschreibung für das Blog namens 'Blog All'.
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